Prolog:
Es war ein Tag im vergangenen Herbst, da wurde ausgiebigst mit Freunden gesoffen. Julian, der Name eines der Freunde, bestand darauf, den darauffolgenden Katertag mit einem Sektfrühstück zu eröffnen. Gesagt,getan. Am nächsten Morgen stand er da, mit einer Flasche Sekt, Brötchen und nem üblen Wacholderschnaps in der Hand.
Dann ging sie los,die wilde Fahrt: Wir früstückten, tranken Sekt dabei und versuchten den letzten Abend in unseren Hirnkesseln zusammenzuflicken. Der Pegel schnellte fix wieder in die Höhe und wir beschlossen kurzerhand die Spielo mit unserer Anwesenheit zu beglücken, sie befindet sich gleich im Nachbarhaus.
Ich war schon einmal dort gewesen, um einfach mal zu sehen wie es da so ist. Mit meiner Freundin zusammen setzten wir uns damals ans „Glücksrad“. Ein großes, mechanisches Rad mit 24Zahlen + der Null.Also quasi Roulette mit einigen Abwandlungen;z.B. 4 statt 2 Farben. Ihre Glückszahl ist die 3 und sie gewann ein paar Cent damit, auf dem Touchscreen 10Cent auf eben jene 3 zu setzen.
Ich erzählte Julian davon, wir kramten beide jeweils 2 Euro aus der Patte und setzten uns ans Glücksrad.Immer wieder setzten wir ab und zu auf die „3″. Eine Std. ging es hin und her, wir hatten Spaß und alles war gut.
Im Endeffekt verlor ich meine 2Euro….doch dann kam die Zeit der 3. Julian gewann ein paar Mal dank ihr und hatte dann etwa 4 Euro gewonnen.Nix großartiges,doch wir hatten Spassss wie 2 Vorschulmädchen die einen Dauerlutscher geschenkt bekamen.Der Gewinn reichte um 4 Bier vom Kiosk gegenüber zu erwerben…und so zogen wir mit nem Bierchen in der Hand ziellos durch die Innenstadt.
Seitdem weiß er, um die Macht der 3
Vergangener Montag:
Plan: LivePoker im Casino Hohensyburg,Dortmund ab 19:00 Uhr
So setzte ich mich mit 250€ im Gepäck in den Zug an Gleis 17 um 16:33. Die Bahn verspätete sich;natürlich! In Dortmund angekommen sprintete ich los zur Bushaltestelle um den Bus 444, der zum Casino fährt noch zu erwischen. Doch….Pustekuchen.Direkt vor meiner Nase fuhr er fort.
Ein Blick auf den Fahrplan verriet:Ausgerechnet jetzt dauerte es 90Minuten bis der nächste kommt.Hmmpfff. Ich kaufte mir ein Pokermagazin und,passend zu meinem Anzug, ein Paderborner-Dosenbier.Ich las,trank & wartete.
Um 19:30Uhr kam ich dann endlich an. Nur noch knapp 3 Std. Zeit, für die Karten um mir zum Glück zu verhelfen;dann fährt der letzte Bus bzw. Zug zurück.
Ich setzte mich hin, nachdem ein Bediensteter mir den 10. Stuhl an den Tisch rückte und tauschte 200€. Ich war umgeben von sonderbaren Gestalten und filmreifen Kraturen:
Direkt links neben mir saß ein Bär von einem Mann. Er sah südländisch aus und war vermutlich Türke. Der Mann schaute so böse drein, dass ich dachte es sei besser die Chipstapel der anderen zu schröpfen,wenn ich heil nach Hause kommen möchte.
Einen Platz weiter saß ein Russe. Er hatte viel zu erzählen und lümmelte sich auf eine so arrogante Art & Weise an den Tisch, das man vermuten könnte seine Erziehung habe nicht stattgefunden.
Rechts von mir saß die einzige Frau am Tisch. Frau??! Nein, es war vielmehr eine feine Dame in den Mitfünzigern mit französischen Akzent. Ihre Herkunft, auf die sie sehr stolz zu sein schien, unterstrich sie mit einem schwarzen Fächer, den sie gerne dazu mißbrauchte um den Zigarettenqualm aus Ihrer Intimitätszone zu verbannen.
Dann gab es da noch diesen Albino, dessen Haut so hell war das ich bereute keine Sonnenbrille eingepackt zu haben. Auffällig waren seine Wimpern, um deren Länge ihn wohl jede Frau beneiden würde.
Einen Beruf eines Mitspielers glaubte ich noch erraten zu haben: Casino-Chip-Fabrikant !! Der Typ saß rechts neben der Französin und ich habe sein Gesicht gefühlte 2mal für eine Sekunde am Abend gesehen.Doch als ich mich an Tisch setzte hatte er Unmengen an Chips vor sich;geschätzte 1000€ .
Jetzt zum Spiel: Limit 5 / 10
Schnell wurde klar, es war eine gute Entscheidung heute hierher zu fahren! Der Tisch war so loose, dass man besser looooooose sagen könnte. Eine Hand in der sich 7 Spieler befanden waren keine Seltenheit. Ich glaube der Dealer freute sich, dass er zumindest von einem, nämlich mir mal 2 Karten zurückbekam. Der Chipfabrikant legte immer seinen Einsatz hin, der Bullentürke auch. Geduld scheint auch keine Tugend in Frankreich zu sein, sondern vielmehr Neugier! Die meisten anderen taten es Ihnen gleich…
So gewann ich gleich meine erste Hand, ein Pott von etwa 100Euro;was einem mittelmäßigen Pott entspricht. Sehr gut, das gibt Selbstvertrauen und Rückhalt.
Und es sollte so weitergehen…ich kann mich kaum noch an eine einzelne Hand erinnern,weil das absolut nebensächlich war! Der Hauptgrund war die unendliche Transparenz der anderen Spieler!
Zuvor, an der Bushaltestelle, hatte ich noch von dem Superuseraccount-Skandal bei Absolut Poker gelesen. Und jetzt wusste ich, wie der Gauner sich gefühlt haben musste.
7 der anderen 9 setzten wenn sie was getroffen hatten und checkten wenn das Board nicht ihren Vorstellungen entsprach. Der einzige der „mal“ Slowplay anwandte war der Russe, der trotzdem sehr schlecht und viel zu loose spielte. Und auch der Türke wich vom Schema ab, er setzte einfach in 90% der Fälle, was sehr profitabel war.
Ich spielte tight, während die anderen Monster wie K6o oder J4o im Showdown zeigten.
Am ganzen Abend verlor ich maximal 2 Showdowns;weil immer klar war wann ich hinten lag. Dabei bekam ich nicht mal gute Karten.Meine Highlighthände waren A9,KQ und 44 …
Als mein 50€-Chipstapel meine 10er-5€-Stapel überragte war es kurz nach 22Uhr…. Der Dealer hatte schon einige Male 50er gegen 5er bei mir getauscht, weil ich soviel davon hatte
Als ich ausstieg hatte ich exakt 602€ in Chips!!
Jetzt tat ich das, was ich tat, wenn ich einen Stack verlor und noch 1 oder 2 ZweiEuroChips übrigblieben….ich ging zum Roulettetisch….und setzte 2€ auf…na rate Mal: die 3 !!
Die Zeit war knapp, der Bus würde gleich fahren und ich dachte nur:“Komm mach…lass rollen!!“
Schon halb aus der Tür rief der Croupier: „3!“
Unglaublich!! Diesmal…zum ersten Mal….kam dann auch noch die 3, was mir zusätzliche 70€ einbrachte!!
Ungläubig und kopfschüttelnd ging ich zur Kasse um umzutauschen. Die Tussi zählte….670!
„Möchten Sie es in großen Scheinen oder in Hundertern?!“
„Große Scheine ODER Hunderter?! Ich nehm die großen Hunderter!!“
(Am liebsten hätte ich alles in 5€-Scheinen genommen um ein richtig fettes Bündel zu haben ^^)
Und so machte ich mich auf den Heimweg, mit der Angst von Pfandsammlern erschlagen und ausgeraubt zu werden. Mein Körper vollgepumpt mit Glückshormonen und meine Patte mit grünen Scheinen…